Warum die Druckdatei über die Qualität entscheidet
Wir sagen bei uns in der Produktion oft: Wir können nur so scharf drucken, wie deine Vorlage ist. Das Druckverfahren kann eine schwache Datei nicht retten, egal ob DTF, DTG oder Siebdruck. Was am Bildschirm klein und unscheinbar aussieht, wird auf einem 30 x 40 cm großen Brustdruck gnadenlos sichtbar: Jeder Pixel, jede Kompressionsartefakt, jeder unscharfe Rand.
Die gute Nachricht: Mit ein paar Grundregeln bekommst du eine Datei hin, mit der wir sauber arbeiten können, egal ob du dein Motiv selbst gestaltest, ein Foto verwendest oder ein fertiges Logo hochlädst. Genau darum geht es in diesem Beitrag.
Vektor oder Pixel: Der Unterschied
Bevor es um dpi-Zahlen und Farbräume geht, lohnt sich ein Blick auf die Grundfrage: Ist deine Datei eine Vektorgrafik oder eine Pixelgrafik? Beide haben ihre Berechtigung, aber für ganz unterschiedliche Motive.
Pixelgrafiken (auch Rastergrafiken genannt) bestehen aus einem festen Raster einzelner Bildpunkte. Ein Foto ist immer eine Pixelgrafik, genau wie Screenshots oder gescannte Bilder. Vergrößerst du eine Pixelgrafik über ihre ursprüngliche Größe hinaus, werden die einzelnen Pixel sichtbar und das Bild wirkt unscharf. Typische Formate: PNG, JPEG, TIFF.
Vektorgrafiken bestehen dagegen aus mathematisch berechneten Punkten, Linien und Flächen. Dadurch lassen sie sich verlustfrei auf jede Größe skalieren, ob 5 cm oder 5 Meter, die Kontur bleibt immer gestochen scharf. Vektordateien eignen sich deshalb besonders gut für Logos, Schriftzüge und einfarbige Flächen. Typische Formate: AI, EPS, SVG und, mit einer kleinen Einschränkung, PDF.
Nicht jede PDF ist automatisch eine Vektor-PDF. Wird ein Bild einfach nur in ein PDF-Dokument eingebettet, bleibt es eine Pixelgrafik mit PDF-Verpackung. Wenn du dein Motiv aus einem Programm wie Illustrator, Affinity Designer oder Inkscape exportierst, ist es in der Regel eine echte Vektor-PDF.
Auflösung, Bildgröße und Farbraum richtig anlegen
Bei Pixelgrafiken entscheidet die Auflösung darüber, wie scharf dein Motiv am Ende aussieht. Wir empfehlen 300 dpi in Originalgröße, gedruckt wird bei uns aber schon ab 72 dpi, nur kann das Ergebnis dann unscharf wirken. Je größer der Druck, desto mehr fällt eine niedrige Auflösung ins Gewicht.
Am einfachsten legst du dein Motiv gleich in der Größe an, in der es später auch gedruckt werden soll, also zum Beispiel direkt 25 x 30 cm für einen Brustdruck. Dann musst du dir um Umrechnungen keine Gedanken machen und siehst am Bildschirm ziemlich genau, wie groß und detailreich dein Motiv später auf dem Textil wirkt.
Beim Farbraum kommt es bei uns auf das Druckverfahren an: Unser DTG-Drucker arbeitet in RGB, unser DTF-Drucker in CMYK. Für dich als Kunde ändert das aber wenig, leg deine Datei einfach im RGB-Farbraum an, das ist in Photoshop, Canva oder Affinity Photo ohnehin die Standardeinstellung. Läuft dein Motiv über DTF, wandeln wir die Datei für dich ins passende Farbprofil um.
Textilien sind kein Blatt Papier. Jede Faser nimmt Farbe etwas anders auf, deshalb kann es auch bei perfekt angelegten Daten zu minimalen, kaum wahrnehmbaren Unterschieden in Farbton oder Deckkraft kommen. Das ist normal und kein Zeichen für eine fehlerhafte Datei.
Transparenter Hintergrund und Freistellung
Ein Fehler, der uns fast täglich unterkommt: Das Motiv hat gar keinen transparenten Hintergrund. Häufig merkt man das am Bildschirm gar nicht, weil der Hintergrund zufällig weiß ist und die Vorschau ebenfalls weiß. Auf einem weißen Shirt fällt das nicht auf, auf einem schwarzen oder farbigen Textil wird der Hintergrund dann aber mit gedruckt, meist als deutlich sichtbares helles Rechteck rund um dein Motiv.
Nutze deshalb ein PNG mit transparentem Hintergrund. Wenn dein Motiv noch einen Hintergrund hat, lässt sich dieser in den meisten Bildbearbeitungsprogrammen mit wenigen Klicks entfernen (Freistellen), bei einfachen Motiven reicht oft schon das automatische Freistellungswerkzeug.
Soll dein Motiv auf einem dunklen Textil gedruckt werden, drucken wir vorher automatisch eine weiße Grundierung unter die eigentlichen Farben, damit sie später kräftig und deckend wirken. Das übernehmen wir für dich, du musst also selbst keine Weißschicht in deine Datei einplanen.
Welches Format passt zu welchem Druckverfahren?
Für T-Shirts, Longsleeves, Tanktops und Beutel setzen wir standardmäßig auf DTG, für Mischgewebe, Hoodies, Sweatshirts und Poloshirts auf DTF. Beide verarbeiten Pixelgrafiken hervorragend, auch Fotos und Farbverläufe sind kein Problem. Solltest du ein bestimmtes Druckverfahren wünschen, dann schreibe es in das Anmerkungsfeld im Warenkorb. Flex- und Flockfolie, Siebdruck sowie Stickerei bieten wir zusätzlich über unseren Anfrage-Service an, hier sieht es bei den Dateiformaten etwas anders aus:
| Verfahren | Bevorzugtes Format | Farbmodus | Sonstiges |
|---|---|---|---|
| DTG ★ Standard | PNG (transparent) | RGB | 300 dpi ideal, ab 72 dpi möglich |
| DTF | Vektorgrafiken oder PNG (transparent) | CMYK, Upload auch in RGB | gut geeignet für Logos & Wappen |
| Flex- & Flockfolie | Vektor (SVG, EPS, PDF) | einfarbig je Folie | Strichstärke mind. 1,5–2,0 mm |
| Siebdruck | Vektor (SVG, EPS, PDF) | Pantone / Sonderfarben | je Farbe ein eigenes Sieb |
| Stickerei | Vektor oder hochauflösendes Bild als Vorlage | Garnfarben (begrenzte Palette) | wird von uns digitalisiert (Stickdatei) |
Bei Siebdruck, Flex-/Flockfolie und Stickerei auf Anfrage erstellen wir dir aus deiner Vorlage die passende Druck- bzw. Stickdatei und schicken dir vorab einen Korrekturabzug zur Freigabe. Beim Online Gestalten geht deine Bestellung direkt zur Produktion.
Warum Stickerei eine Sonderrolle einnimmt
Bei allen anderen Verfahren drucken wir dein Bild direkt oder über eine Folie. Bei der Stickerei ist das anders: Aus deiner Vorlage entsteht zunächst eine Stickdatei, die genau festlegt, wo die Nadel wie oft und in welcher Richtung durch den Stoff sticht. Feine Verläufe oder viele Farbübergänge lassen sich dabei nicht eins zu eins umsetzen, dafür wirkt das Ergebnis besonders hochwertig und ist enorm strapazierfähig. Ein Logo mit klaren Konturen und wenigen Farben eignet sich dafür am besten.
Die häufigsten Fehler bei Druckdaten
Diese Stolperfallen sehen wir in der Praxis immer wieder, die meisten lassen sich mit ein paar Minuten Aufwand vermeiden:
- Screenshots oder aus WhatsApp weitergeleitete Bilder, durch die Kompression oft viel zu klein und unscharf
- Hochskalierte Bilder: Eine 400 x 400 Pixel große Datei wird durch Vergrößern in Photoshop nicht automatisch schärfer
- Fehlender transparenter Hintergrund bei farbigen oder dunklen Textilien
- Schriften, die nicht in Pfade umgewandelt wurden, bei offenen Formaten wie TIFF oder PDF kann es sonst zu Darstellungsfehlern kommen
- Zu dünne Linien unter 1,5 mm, die im Druck teilweise verschwinden
- Farbverläufe oder sehr feine Details in Motiven für Flex-/Flockfolie, technisch bei einfarbiger Folie nicht umsetzbar
Ein einfacher Schnelltest: Zoome dein Motiv am Bildschirm auf etwa 300 % heran. Wirken die Konturen dort noch scharf, ist deine Datei in der Regel auch für den Druck geeignet. Verschwimmt das Bild schon bei dieser Vergrößerung, wird es auf dem Textil nicht besser.
So läuft die Datenprüfung bei uns ab
Wie genau wir deine Datei unter die Lupe nehmen, hängt vom Bestellweg ab. Bei individuellen Anfragen über unseren Anfrage-Service prüfen wir jede Datei ausführlich, bevor produziert wird. Gestaltest du dein Produkt selbst im Online-Designer, schauen wir nur stichprobenartig drüber, fällt uns dabei etwas auf, melden wir uns bei dir. Eine Garantie, dass jede einzelne Datei im Designer vorab geprüft wird, gibt es hier aber nicht, umso wichtiger ist es, die Hinweise aus diesem Beitrag selbst zu beachten.
Fazit
Eine gute Druckdatei ist kein Hexenwerk: PNG mit transparentem Hintergrund, RGB-Farbraum, 300 dpi in Originalgröße, für Logos zusätzlich eine Vektordatei. Wenn du dir bei deiner Datei unsicher bist, sende sie uns einfach per E-Mail, wir schauen sie uns kostenlos an und melden uns, falls etwas angepasst werden sollte.
info@migas-shop.de →Häufige Fragen
Welches Dateiformat ist am besten für den Druck?
Am besten geeignet ist ein PNG mit transparentem Hintergrund bei 300dpi. Auch TIFF, JPEG oder PDF funktionieren. Wenn möglich ist, gerade Logos und Schriftzüge, Vektorformat die beste Wahl, z.B. SVG, EPS oder AI.
Reicht auch ein Foto vom Handy?
Kommt auf die Auflösung an. Direkt mit der Handykamera aufgenommene Fotos sind oft groß genug, über Messenger wie WhatsApp weitergeleitete Bilder werden dagegen meist stark komprimiert und damit für den Druck zu klein. Verwende nach Möglichkeit immer die Originaldatei.
Muss meine Druckdatei im CMYK-Farbraum angelegt sein?
Nein. Wir arbeiten meistens mit DTG im RGB-Farbraum. Für den DTF Druck wandeln wir deine RBG Datei automatisch in CMYK um. Leg deine Datei daher direkt im RGB-Farbraum an.
Was, wenn ich kein Vektorprogramm besitze?
Dann schick uns einfach eine möglichst hochauflösende PNG- oder JPEG-Datei. Für Verfahren, die zwingend Vektordaten benötigen, etwa Siebdruck oder Flex-/Flockfolie, können wir dein Motiv im Rahmen des Anfrage-Service auch für dich in eine Vektorgrafik umwandeln.
Prüft ihr meine Datei vor dem Druck?
Das kommt auf den Bestellweg an. Bei individuellen Anfragen über unseren Anfrage-Service prüfen wir jede Datei ausführlich und schicken dir vorab einen Korrekturabzug zur Freigabe. Gestaltest du dein Produkt selbst im Online-Designer, schauen wir nur stichprobenartig drüber und melden uns, falls uns etwas auffällt, eine Garantie für eine vollständige Prüfung gibt es hier aber nicht. Achte deshalb am besten selbst auf die Hinweise aus diesem Beitrag.
Wie groß sollte meine Datei mindestens sein?
Am einfachsten legst du dein Motiv direkt in der Größe an, in der es später auch gedruckt werden soll, mit 300 dpi. Dann musst du nichts umrechnen und siehst am Bildschirm schon ungefähr, wie dein Motiv später auf dem Textil wirkt.










